Kostenwahrheit in der Luftfahrt

Die Luftfahrt ist der am höchsten subventionierte Wirtschaftszweig. Der Grundsatz der Kostenwahrheit gilt nicht für die Luftfahrt.

1. Steuerprivilegien in der Höhe von € 50 Milliarden pro Jahr

  • Fehlende Energiesteuer in Höhe von rund € 40 Milliarden pro Jahr

Würde Kerosin so wie Benzin oder Diesel mit einem Durchschnittssatz von € 0,40 bis € 0,48 pro Liter besteuert werden, so ergäbe dies bei einem Verbrauch von 90 Milliarden Liter Kerosin Steuereinnahmen von rund € 40 Milliarden pro Jahr. (Der Verbrauch von 90 Milliarden Liter Kerosin wurde bei der Berechnung der Kosten des Emissionszertifikathandels für 2012 zugrunde gelegt.)

  • Fehlende Umsatzsteuer in Höhe von rund € 10 Milliarden pro Jahr

Transport & Environment schätzt den Einnahmenausfall für EU-Mitgliedsstaaten auf rund € 10 Milliarden. Nach Angaben der IATA hat der europäische Luftfahrtmarkt ein Volumen von rund € 120 Milliarden pro Jahr, davon sind € 100 Milliarden dem Passagiertransport zuzurechnen. Grob die Hälfte des Passagiertransports ist privater Natur und würde normalerweise der Umsatzsteuer zu Lasten des Endverbrauchers unterliegen. Unter der Annahme eines durchschnittlichen Umsatzsteuersatzes von 20 % ergibt sich eine Subvention von rund € 10 Milliarden.

Die Einnahmen aus der Flugticketabgabe verändern das Bild kaum. Sie wird nicht in allen EU-Staaten eingehoben und macht nur unwesentliche Beträge aus.

Es ist unglaublich, dass die Luftfahrt derart steuerprivilegiert ist, obwohl sie die umweltschädlichste aller Transportformen ist und ihr etwa 5 % der globalen Erderwärmung zuzurechnen ist.

2. Rund € 3 Milliarden pro Jahr direkte EU-Subventionen für Flughäfen und Airlines

Im derzeitigen System werden Fluglinien mit rund € 3 Milliarden pro Jahr aus EU-Mitteln direkt subventioniert. Die EU-Guidelines on State Aid to Airports and Airlines werden derzeit einem Konsultationsverfahren unterzogen.

3. Gesundheitskosten

Erste Berechnungen der Kosten für die Behandlung von Krankheiten, die durch die Luftfahrt verursacht werden, liefern alarmierende Zahlen. Zum Beispiel: Nach Aussage des Präsidenten des deutschen Bundesumweltamtes werden allein im Raum Frankfurt in den nächsten zehn Jahren durch Fluglärm zusätzliche Kosten von etwa € 400 Millionen nur für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Patienten entstehen.

4. Liegenschaftsentwertung

Menschen, die in der Nähe eines Flughafens oder unter An- und Abflugrouten leben, werden nicht nur gezwungen, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen, sie müssen auch den Verlust des wirtschaftlichen Wertes ihrer Liegenschaften hinnehmen.